HYPN- 21:35 – 04:41

Eine Zusammenkunft zwischen Wachsein und Schlafen
Transdisziplinäres Labor

Im Schlaf entzieht sich der Körper gesellschaftlichen Normen und Pflichten, wandelt sich in einen unproduktiven, verletzlichen, irrationalen. Meist zurückgezogen in die Vertrautheit der Privatsphäre und Sicherheit des Zuhauses, schwinden Identität und Ego in Traumzustände jenseits zeitlicher Wahrnehmung und Vernunft. Der schlafende Körper ist präsent und abwesend zugleich. Der Schlaf ist so auch ein stiller Widerstand gegen Produktivität und Effizienz und gilt als solcher gegen zunehmende Optimierung im Sinne neoliberaler Doktrinen verteidigt zu werden. Was ist das Potential des kollektiven Fallen-lassens in den Schlaf, in einen Traum?

Im Schlaflabor HYPN- 21:35-04:41 untersuchen wir – fünf Künstlerinnen unterschiedlicher Sparten – den Traum als Fiktion des gemeinschaftlichen Alleinseins. Entgegen zunehmender Trends der Schlafoptimierung und -reduktion, dienen die verschiedenen Bewusstseinszustände, die der Schlaf mit sich bringt, hier als Forschungsgegenstand für Praktiken des achtsamen und poetischen Zusammenlebens. Die Vision ist ein sensibler Raum, in dem wir uns gemeinsam in die Intimität der Nacht und des Schlafes zurückziehen. Was passiert mit der Gemeinschaft in einem Raum, in dem wir uns, kollektiv und gleichzeitig individuell, der eigenwilligen Logik von Träumen und der Empfindlichkeit des Schlafes hingeben? Wir öffnen unser Schlaflabor am 21. Juni 2019, und laden Interessierte dazu ein, die kürzeste Nacht des Jahres als kollektiven Traum zu verbringen. Schlafen ist erlaubt, Wachsein auch.

Von und mit: Marta Forsberg (SE), Anne Glassner (AT), Anita Kaya (AT), Johanna Nielson (AT) und Agnes Schneidewind (AT)

 

mehr Info: http://www.imflieger.net/hypn-2135-0441/